Aufgaben an Bord

Nach dreieinhalb Tagen auf den Schiffen spielt sich vieles ein. Die Leinen und Fender werden sicherer bedient, An- und ablegen laufen reibungsloser und manchmal geht das mit dem Landstrom auch ganz schnell.

Freizeiten sollen auch helfen, neue Talente zu entdecken und etwas auszuprobieren, was bisher Neuland war. Da probiert sich mal jemand am Herd aus oder lernt: „Gesund Kochen mit der Bordmikrowelle“. Gerne genommen sind auch die workshops „Reibungsloses Zubereiten von Fertigpfannkuchen nach niederländischem Packungsaufdruck“ oder „Verletzungsfreies Gurkenschneiden mit stumpfen Gemüsemessern“.

Natürlich gibt es sinnvollere Aufgaben: Wer möchte kann auch den Job des Rudergängers übernehmen und uns durch die Kanäle und Grachten bringen (siehe Foto).

Aufregend sind dabei immer Schleusen und Brücken, weil die Durchfahrten manchmal recht schmmal sind. Lea von der 26 hat heute den Reigen der Brückendurchfahrten eröffnet. Ausgezeichnet genommen das Teil. Klasse gemacht!

In unserer PingPong-Durchfahrtswertung haben heute Lukas und Torsten heute zu Leif aufgeschlossen.

Steenwijk haben wir heute morgen verlassen und haben uns auf den Weg nach Joure gemacht. Durch schön durch die Wiesen mäandernde Kanäle wieder zurück nach Echternerbrug – gerade haben wir da die letzte Brücke passiert und fahren wieder aufs Tjeukemeer raus. Eine Querung und dann Richtung Joure.

Bis denn dann aus Holland!

 

Steenwijk

Ein Tag der Gegensätze. Storchern im Nebel auf dem Tjeukemeer, Feier, dadurch gekommen zu sein, das Aufreißen in den ersten Kanälen, eine wunderbare Tour durch die Kalenberger Grachten, Sonne und Kreuzfahrtfeeling an Bord und dann das Einlaufen in Steenwijk.

Was vieles schön macht, sind die freundlichen Menschen hier vor Ort. Steenwijk ist für uns ein langes Hafenbecken recht nah an der Innenstadt, mitten in einem Wohngebiet (in Deutschland fast undenkbar).

Kaum hatten angelegt, gingen die Konatkte bereits los. Ein älterer Herr winkte uns zu seiner Terasse ran. Wo wir her seien. Dass der Hafenmeister zwischen 16:00 und 17:00 Uhr vorbeikäme wegen der Liegegebühr. Für den Landstrom bräuchten wir Wertmarken, die gbe es auch beim Hafenmeister, aber wenn wir nicht warten wollten auch an der Eisdiele. Dann hat er uns noch ein bisschen mit touristischem Material versorgt.

Als nächstes dann Oma mit Enkelkind: Was wir denn für Gruppe wären. Ah, evangelische Jugendfreizeit. Dann hat sie uns den Weg zu den Supermärkten gezeigt, ohne dass wir danach gefragt hätten. Wenn wir tragen wollten, sollten wir mal ruhig die Wagen mit zum Schiff nehmen.

Unser Hafenmeister war dann total tiefenentspannt. er bräuche mal die vier Kapitäne. Erschreckte Blicke. „Oder der, wo die meischte Geld hat.“ Noch erschrecktere Blicke. Wieder so ein teurer Liegeplatz. die Hafengebühr setzt sich dann aus der Schiffslänge und der Anzahl der Mannschaft zusammen – ist ein bisschen wie beim Camping. Wie lang den die Yachten wären. 15 Meter. „Ohohohohohhh, fünfzehn Meters, große Boote.“ Angst macht sich bei Christoph breit, der die Liegegeldkasse in einem formschönen Eierkarton mitgebracht hat (Christophs Dienstgrad ist übrigens „service Technician“, denn – obwohl er als Kapitän einer der Yachten führt – ist er unser Mann für die technischen Probleme an Bord, egal ob die Heizung nicht geht, der Alarm des Tiefenmessers nervt oder was auch immer, Christoph weiß, welche Klappe man auf machen muss, um in den Motorraum zu kommen und den Schaden zu beheben). Also, zurück: Christoph guckte schon ein bisschen ängstlich wegen der Reaktion des Hafenmeisters. „Na, dann schreibe ich mal zehn Meter auf.“ Erleichterung. „Wie viele seid ihr denn? Ich habe ja ganz schön viele gesehen.“ Zehn und zwölf und zwölf und zwölf, also 46. „46! Ohohohohoooh. 46, na ich schreibe mal fünf pro Schiff auf. Das sind dann 16,- € pro Yacht, das macht dann bei vier Schiffen…kann das mal einer von Euch ausrechnen!“ 64,- € – Ein Schnapper. Im letzten Hafen haben wir fast 160,-  zahlen müssen. Unsere fröhliche Dankesparade konterte der heitere Holländer dann mit: „Ist doch schönes Wetter.“ Also hat das auch Einfluss auf den Preis. Witzig!

Unsere Mannschaften hatten heute eine Aufgabe: Neun Gruppen bekamen jeweils einen Apfel und ein Ei, um das in der Stadt gegen andere Dinge zu tauschen und daraus viel mehr zu machen. In Deutschland führt diese Aufgabe oft zu mittelschweren Enttäuchungen. In Steenwijk schleppten alle Gruppen reichlich Zeug nach einer Stunde zurück an Bord. Von einem Tischfußballspiel, über einen fabrikneuen CD-Brenner bis zu Besen und einer antiken Teekanne. Wir haben entschieden, dass wir die Dinge mitnehmen und versuchen bei ebay möglichst viel dafür zu erzielen, um das in den „Meeresfrüchten“ für gesponsorte Bootstourplätze zur Verfügung zu haben. Toll!

Der Abend ging mit den Essen und den Andachten an Bord stimmungssvoll zu Ende. Morgen ist ein neuer Tag!

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Die weltbesten Crews

Am späten Nachmittag haben wir Steenwijk erreicht und mal fix ein Großgruppenbild gemacht.

Hier sind die besten Crews der Welt!

Es ist toll, mit Euch unterwegs zu sein!

 

Sonne genießen…mit Sport (!?)

Am Ende der Fahrt durch die Grachten war es dann soweit: einige Unentwegte haben einer traditionellen Bootstoursportart gefrönt – dem Fenderreiten.

Ein zweifelhafter Spaß: die Wassertemperatur ist dann doch recht herbstlich. Aber Spaß hat es gemacht! Allen!

 

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„Bruggeld“ bezahlen

Da einige Unentwegte dieses Landstrichs anscheinend doch auch ein paar Wege mit dem Auto oder auch mal mit dem Fahrrad zurücklegen, gibt es immer mal wieder Brücken, unter denen wir mit unseren 15-Meter-Kähnen nicht durchpassen (die 34 ist mit Radarbügel 5,30 m hoch).

Dann müssen die Brücken aufgemacht werden. Ein paar funktionieren automatisch, bei anderen gibt es BrückenwärterInnen, die sie bedienen.

Wenn die Ampel davor Doppel-Rot zeigt, ist gerade Mittagspause oder die Brückenzeit vorbei, dann kann man nur noch davor anlegen oder zurückfahren.

Bei Rot-Grün kann man durchfahren, wenn die Brücke dann aufgeht und die Ampel Grün zeigt.

An einigen muss dann „Bruggeld“ bezahlt werden. Die BrückenwärterInnen sammeln die 2,- € oder 2,10 € ein, indem sie einen Holzschuh an einer Angel zum Boot rüberschwingen, in die dann das Geld gelegt wird, während das Boot durchfährt.

Witzig!

 

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In den Kalenberger Grachten

Die Kalenberger Grachten sind ein ausgedehntes Gebiet kleiner, untereinanderr verbundener Kanäle – Grachten eben – an denen Häuser stehen, jedes mit Yacht oder Segler. Freundliche Holländer grüßen von den Ufern.

Jetzt – in der Sonne – ist die Stimmung an Bord der Boote ausgelassen. Musik ist an. Auf Deck wird gechillt, getanzt, gesonnt. Nur die Rudergänger schwitzen ein wenig, weil die Grachten unter Umständen doch sehr schmal sind…

Der Glückwunsch für die erste Ping-Pong-Durchfahrt durch eine schmale Brücke geht an Leif (Dienstgrad: „…is live!“), der – ein erfahrener Segler – mit dem Heck dann die Holzspanten an der Seite touchiert hat.

Hier ein paar Eindrücke aus den Kalenberger Grachten, in denen es übrigens ein „Linden“ gibt. Toll, wie zu Hause!

 

Der Nebel lichtet sich!

Später als erwartet, hat sich der Nebel dann doch langsam gelichtet und uns mit einem wunderbar sonnigen Tag belohnt.

Wir haben uns dann unterwegs entschieden, den längeren Weg durch die Kalenberger Grachten zu nehmen.

Wie sich die Sonne langsam durchsetzt, haben wir ein bisschen eingefangen.

 

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Schleichfahrt ohne Land

Das Tjeukemeer muss man sich so vorstellen – wie in Ostfriesland heißt hier jede Wasseransammlung, die größer ist als ein handelsüblicher Löschteich „Meer“. Nichtsdestowenigertrotz: Das Tjeukemeer ist wirklich recht ansehnlich groß, mehrere kleine Inseln sind dort zu finden. Als wir – gewartet hatten wir noch ein bisschen – abgelegt hatten, wurde relativ schnell klar, dass die Sicht ziemlich mies war. keine Sicht mehr auf Land, ein mäßig betonnter Fahrweg (wegen Untiefen aber unbedingt einzuhalten).

Zwischenzeitlich haben wir die Sicht unter den Booten verloren und uns nur über WalkieTalkies und Hornsignale wiedergefunden.

Ohne Sicht haben wir dann eine Instrumentenfahrt unternommen. Alle Mannschaften waren extrem diszipliniert. Die 34 als Führungsschiff hat navigiert – Torsten (Dienstgrad: „De Nieuwe – te huur“) nach Kompass auf dem Steuerstand, Nico und Hanna am Bug als Fahrtonnenausguck, Katharina als Brückenmaat, Martina (unsere „mevrouw Commodore“) als Funkkontakt und Koordinatorin der Boote.

Die Kapitäne der drei weiteren Boote immer in enger Fühlung hinterher, Orientierung eigentlich nur am Decklicht der direkt voranfahrenden Yacht.

In Schleichfahrt ging es zur Ausfahrt des Tjeukemeers Echtener Brug und wir waren zutiefst erleichtert, als wir die Bugwache die rot-grüne Betonung der Einfahrt  ausgemacht hatte. Anlegen zum Frühstück…und ein bisschen runterkommen.

Auf dem Foto sind übrigens rechts neben dem Steuerbordpositionslicht der 34 alle drei anderen Boote zu sehen – viel Spaß beim Suchen!

Nebel über dem Tjeukemeer

Das Team hat gestern entschieden, dass es heute nach Steenwijk gehen soll. Eine reizvolle, aber lange Tour – unter anderem durch die Kalenberger Grachten.

Damit alle ein bisschen was von Steenwijk haben – Shopping war gewünscht – haben wir uns für ein frühes Ablegen entschieden: 7:30 Uhr. Nur die Teams besorgen das Ablegen und die Besatzungen werden halt wach, wann sie wach werden. So der Plan…

Die Wirklichkeit sah so aus (siehe Fotos): beide Bilder sind von derselben Position aufgenommen, eins mit, eins ohne Nebel.

Dicke Suppe über dem Wasser!

 

 

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Unfassbar still…

Auf unserer Tjeukemeer-Insel ist es nachts völlig ruhig. Nur wir, um uns herum Wasser, ein kleiner Fleck Erde und Sand.

Zwei Teams haben uns heute Abend zur Andacht in die Nacht eingeladen – Vielen Dank, Jessy, Lukas, Merlin und Anja!: ein „Kreuz auf der Weltkugel“, das Zeichen der Evangelischen Jugend, aus Feuer in der Mitte unseres Kreises, im Hintergrund das leise Anrennen der Wellen an die Ränder der Insel.

„Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt!“ Mitten im Dunkel der Welt, richtig gut im Miteinander, das über das hinausgeht, was alltags normalerweise üblich ist.

Wir vom Team haben Spaß, aber mehr noch freuen wir uns, mit solch klasse Menschen unterwegs sein zu dürfen.

Bis zur „Ruhe an Bord“ war noch einiges los auf den Schiffen…und dann wird alles still.

Eine behütete Nacht wünschen wirr aus dem Tjeukemeer!

 

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