Nachtrag 2: Nach Workum oder: Manche Ideen sind gar nicht so gut

Die Tage auf der Bootstour enden mit einer Andacht zusammen oder auf einzelnen Booten, danach ist noch freie Zeit auf den Booten bis zur Bettruhe. In dieser Zeit ist auch die abendliche Teamrunde mit einem Rückblick auf den Tag auf den Booten, Absprachen und eben die Frage, wohin die Etappe des nächsten Tages geht.

Schnell waren wir uns am ersten Abend einig, dass wir mal in einen Ort fahren könnten, den noch keiner im Team kennt – obwohl die altgedientesten schon gut über zehn Touren begleitet haben. Der Ort der Sehnsucht wurde Workum am Ijsselmeer. Großartige Idee, fahnden wir alle…

Gesagt – getan. Da sind wir im Team konsequent. Ja.

Mittags haben wir Pause in ijlst gemacht. Nicht weil es dran gewesen wäre, sondern eher, weil der Brückenwächter Mittagspause hatte. Naja…das Wetter war ja schön.

An sich wollten wir in Bolswart die Mittagszeit verbringen. Völlig eingeschläfert von einer etwas eintönigen Fahrt von Sneek nach Nordwesten hätten wir – wären wir…na, egal – den Verkehr einer Autobahn lahmgelegt, weil wir unter der Brücke an der Stadteinfahrt nicht durchgepasst hätten. Irgendwie hatten wir eine gewisse Hemmung – Autobahnbaustellen…also: kein Stau unseretwegen!

Von Bolswart weiter nach Südwesten und Kaffeestopp in Parrega. Und eine neue Erkenntnis: Man kann auch an einer am Kanal stehenden Parkbank festmachen, jedenfalls wenn sie fest mit dem Boden verschrraubt ist. Mal merken.

Bis nach Workum eine unproblematische Fahrt. Ein paar Brücken und Brückchen. Einfahren für die Erfahrenen, Reinkommen für die Neuen.

Alles schien gut zu laufen. Die letzte Brücke, Stadteinfahrt…das Bild eines perfekten Tages bekam die ersten Risse, als wir mit unseren fünf 15-Meter-Kähnen in ein feines Wohngebiet gekachelt sind, in dem zwar viele, teuer scheinende Häuser mit Bootsanleger waren, aber nicht der in der Karte verzeichnete und im Almanak (dem Verzeichnis der Städte, Brücken, Schleusen und Anlegeplätzen) angepriesene Hafen mit zwanzig Liegeplätzen. Wenn es den mal gab, haben sie die Becken weitgehend zugeschoben und Villen drauf gebaut. Also, rückwärts.

Nächster Hafen. Voll. Nächster. Zu kleine Boxen. Also, rein nach Workum. Ein schönes Städtchen, nach dem, was vom Boot aus sieht. Richtig mitbekommen hat das keiner, weil die Kanäle megaschmal und verwinkelt mit altertümlichen Brücken, die sicher für weit kleinere Boote gebaut worden sind. Aus dem Reinkommen und Einfahren wurde so etwas wie schwere Arbeit für die Crews. Langsam begann die Sonne zu sinken. Und auf der Karte blieb nur noch ein Hafen nach der letzten Schleuse vor dem Ijsselmeer. Der Anruf dort scheiterte – keiner am Apparat. Hingefahren, weil wir nicht den Kanal versperren wollten.

Das Ijsselmeer ist das wahrscheinlich größte Binnensegelrevier Europas und in dem Yachthafen standen im Schnitt Segelyachten im Wert unserer Yachten zusammen. Etwas verschämt haben wir uns in den vollen Hafen gequetscht und müde gekocht und den Abend auf den Booten verbracht – Workum lag ja bereits ein gutes Stück hinter uns.

Und was lernen wir: Nicht jede Idee ist gut und der Umsetzung wert! Und manche Orte verschwinden schon nach einem Anlaufen wieder von der Liste der anzufahrenden Destinationen. Vielleicht haben sie das nicht verdient, wahrschein ist ihnen das auch egal, aber was nicht sein muss, ist auch nicht mehr nötig.

Oder – wie unser Admiral Christoph sicher sagen würde: „Übelst Weltraum!“

20131005_Workum 20131005_SneekAufstehen

Nachtrag 1: Anreise und schnelle Abreise

Der Weg von Hannover nach Drachten in Friesland hat so seine besonderen Herausforderungen: Baustellen, Einsammeln von Teamresten und TeilnehmerInnen in Ostfriesland (für ExpertInnen: Anschlussstelle Leer-Nord, Famila-Parkplatz), eine weitere Baustelle am Emstunnel, der Verbindung von Ostfriesland und dem emsländischen Rheiderland und dann rein nach Holland. Unser Busfahrer – klasse Fahrt: Danke!!! – hat am Ende noch eine Runde ausgegeben – und an der Abfahrt zum Yachthafen vorbeigefahren. Also, noch ein bisschen Drachten anschauen und dann: Hallo bei De Drait!

Um den ersten Tag schon zu nutzen, hieß es: fix auf die Kähne, Taschen unter Deck und dann Leinen los und ablegen. Die ersten seemännischen Einweisungen waren dann „erst“ an Bord an der Reihe, auch Kabinen beziehen und das Schiff einräumen und Kennenlernen.

Eigentlich wollten wir nach Leuwarden fahren, aber da in Friesland die Brücken und Schleusen zwischen 18:00 und 20:00 Uhr „schlafen“ gehen, war es der Flottenleitung zu unsicher. Auf nach Sneek. Auf den Kanälen war ordentlicher Wochenendverkehr. In den Sneeker Yachthafen mussten wir uns ein bisschen quetschen. Drei Anlegeplätze für fünf Yachten. Egal, je zwei sind dann ins Paket gegangen. Läuft!

Eine erste Andacht zusammen mit allen Booten zwischen etwas aufdringlichen Enten und eine erste, noch etwas ungewohnte Nacht an Bord.

Schön ist es in Friesland!

Bootsstimmung
Bootsstimmung

Endlich online – Sorry! – Nachträge kommen…bald…

BüroAhoi aus Lemmer!

Das holländische Internet und ich wäre ein super Beispiel für mein schon legendäres  Seminarangebot „Schöner Scheitern! Effektives und garantiert frustrierendes Nicht-Hinbekommen in drei einfachen, das Selbstbewusstsein zesrtörenden Lektionen“. Das neue Kapitel wird die Benutzung sprachgesteuerter Aufladehotlines auf Holländisch behandeln…ich habe ja schon vieles nicht hinbekommen, aber noch weniges so konsequent nicht, wie unsere mobilen Internetzugänge an den Start. Aber: Jetzt wird alles gut…oder wenigstens besser!

Wir haben heute schon wieder einen fast brutal schönen Sonnentag und sind nach einer Nacht auf der Marchjepolle – einer Insel im Tjeukemeer – in Lemmer angekommen. Hier liegen wir im alten Stadtkern – zwei Schiffe rechts, drei Schiffe links – waren Einkaufen, Duschen und werden gleich eine kurze Stadtrallye machen.

Das, was in den letzten Tagen passiert ist, wo wir unterwegs waren und wie es uns dabei ergangen ist, werde ich in den kommenden Tagen nachtragen. Oben ist ein kleiner Blick auf unser mobiles Büro zu sehen. Das wird, jetzt geht es los!

Beste Grüße!

Torsten (Bootsmann der DRAIT 19)

Immer noch technisch tiefenentspannt

Leider sind wir auf’s offene WLAN angewiesen. Liegen grad in Heeg. Super sonniges Wetter begleitet und von Anbeginn. Kurze Hosen und barfuß an Bord. Oberhammer schön! Heute Abend werden wir auf der Insel im Tjeukemeer lecker grillen und am Strand baden gehen. Morgen in Lemmer gibt wieder offenes WLAN und dann melden wir uns wieder. Also, wer es noch nicht bemerkt hat, es geht uns bestens! 🙂 sonnige Grüße, Martinaimage

Leider noch wenig im Blog

Hi aus Sneek!
Uns geht das ausgezeichnet, aber technisch läuft’s noch nicht. Hoffe, das wir im Laufe des Tages stabiles Internet kriegen, dann geht das hier ein bisschen los.
Beste Grüße!

Gute Fahrt!

Guten Morgen aus Drachten!

Hier regnet es ein wenig. Aber: was jetzt runterkommt, kommt nicht runter, wenn wir unterwegs sind! 😉

Euch allen eine gute Fahrt heute, wenig Staus und reichlich Spaß bis ihr hier seid!

Wir freuen uns auf Euch!

Beste Grüße!

Vorkommando

So, die ersten Dinge sind auf den Booten verstaut.
Und: über Drachten scheint die Sonne!
Wir freuen uns auf Euch!
Christoph, Thöle und Torsten

Es geht wieder los!

Hallo, liebe Besatzungen, liebe Crews und liebe Bootstour-FollowerInnen!

Die Sonne scheint heute morgen und es gibt Grund zur Annahme, dass wir sie in den kommenden Tagen nicht nur über Hannover, sondern auch über Friesland sehen werden.

Wir sind schon ein bisschen aufgeregt: die Kisten sind gepackt und im Bully verstaut.

Heute bricht das Vorkommando nach Drachten – unserem Heimathafen in den Niederlanden – auf, um die Boote auszurüsten und morgen die letzten Dinge vor Ort einzukaufen.

Wir, die Besatzungen unserer fünf Kähne, freuen uns unheimlich auf Euch, die Crews, und auf eine spannende Woche in Friesland, in der wir hoffentlich immer „every time a hand wide water under the keel“ haben!

An dieser Stelle einen dicken Gruß an unsere Flotten-Admirälin Jessy, die leider in letzter Minute absagen musste: Wir denken an Dich und die Deinen!

Beste Grüße! Wir sehen uns in Drachten und dann heißt es: „Mannschaften an Deck! Leinen los! Fender einholen!“

Torsten..

p.s. Wahrscheinlich bin ich mit diesem Post in Sprachpanscher-Rangliste wieder ein gutes Stück nach oben geklettert. ‚tschuldigung!

„Noch nie war es so schön…“

Das war sie dann: die Bootstour 2012 „Niet voor Landrotten!“

Und: Es war wahnsinnig schön, dass Ihr dabei wart! Wir vom Team waren richtig, richtig froh, dass wir mit Euch unterwegs sein durften. Nachdem wir die Materialkisten im Keller des Stadtjugenddienstes verstaut hatten, haben wir noch ein bisschen gequatscht. Ein paar running gags der vergangenen Woche, ein paar Erfahrungen, die schwer in Worte zu fassen sind, und ein bisschen Sich-Freuen, dass alle wieder wohlbehalten, müde und fröhlich nach Hause gekommen sind.

Inzwischen sind alle zu Hause. Die erste Wäsche wird gewaschen, Dusche oder Bad waren im Einsatz, vielleicht schon mal eine Mütze Schlaf, schon mal mit dem einen oder anderen telefoniert oder eine Nachricht geschrieben, die Mails gecheckt. Vielleicht auch ein bisschen genossen, dass man zu Hause die Tür hinter sich zu machen kann und nicht auf engstem Raum aufeinanderhockt, ein paar Erinnerungen und Empfindungen nachgehangen.

Vielleicht löst auch mal ein bisschen Stille das Dröhnen des Schiffsdiesels ab und ein wenig Alleinsein die Geräusche und das Reden der Anderen. Und vielleicht fehlt auch heute Abend etwas, ein kleines bisschen von mir selber, das anders geworden ist…vielleicht…

Sehr wahrscheinlich habt Ihr – gerade in kleineren Räumen oder wenn Ihr einfach sitzt – das Gefühl, dass der Raum ein bisschen schwankt. Das ist so. Das ist eine kleine Spur der letzten Tage auf den Booten: Nach dem Leben auf einer schwankenden Welt kommt die vorher feste Welt auch ein bisschen ins Schwanken – wenn alles gut geht.

Gestern Abend haben wir ganz am Ende der Andacht ein Lied der Band „madsen“ miteinander gesungen:

„Noch nie war es so schön, im Dunkeln zu stehn,
noch nie war es so schön, gar nichts zu sehn,
noch nie war es so leicht, die Dinge zu verstehn,
ich freue mich schon jetzt darauf, Dich wieder zu sehn.“

Passt! Wenn Ihr mögt, sehen wir uns auf jeden Fall wieder beim Nachtreffen der Bootstour: Donnerstag, 15. November 2012, ab 18:00 Uhr im „Haus der Ev. Jugend“ (wo auch das Vortreffen war).

Seid bis dahin wild und fröhlich, Ihr selber und offen für die Menschen um Euch rum, manche Spur Gottes im Alltag und vor allem: behütet!

Euer Bootstour-Team

Martina – mevrouw Commodore

Anja – Lady Almanak

Jessy – Kapitänin zur See

Christoph – service Technician

Lukassociaal aanvaardbare

Merlin – Alter Padavan

Leif – …is live!

Torsten – De Nieuwe – te huur

Jan – FachWIRT…et kütt, wie et kütt (leider nicht dabei und trotzdem bei uns)

p.s. Dieser Blog geht jetzt schlafen, allerdings freuen wir uns über Eure Kommentare – hier oder in unserer facebook-Gruppe -, bis es im kommenden Jahr wieder heißt: „Crew an Deck! An die Leinen und Fender! Ablegen!“ zur Bootstour 2013.

Letzte Meldung aus Drachten

Wir verlassen gerade die Boote. Der Bus steht schon. Gleich noch eine kurze Abschlussrunde und dann ist um 9:00 Uhr hier Abfahrt.

Das nächste von uns ist also, dass wir uns in Hannover wiedersehen.

Bis dann!